Spatenstich für neues Pfarrheim in Bendorf

Lange geplant, intensiv diskutiert, grundlegend überarbeitet – jetzt wird aus einer Vision Wirklichkeit: Mit dem symbolischen ersten Spatenstich gibt die Kirchengemeinde St. Elisabeth den Startschuss für ihr neues katholisches Pfarrheim St. Medard. “Entstehen soll ein Ort, der kirchliches Leben und gesellschaftliche Begegnung miteinander verbindet und zugleich den Anforderungen an eine nachhaltige und wirtschaftlich tragfähige Nutzung gerecht wird. Am offiziellen Baubeginn nahmen Pfarrer Klupsch, Vertreter des Pfarrgemeinderates und des Verwaltungsrates sowie der ausführenden Firma Mertgen teil. Für Pfarrer Klupsch ist dabei eines entscheidend: So wichtig Räume für Begegnung und Gemeinschaft auch sind – das Zentrum kirchlichen Lebens bleibt der Gottesdienst. „Das Wichtigste in unserer Kirche sind und bleiben der Gottesdienst und die Liturgie. Hier liegt die Mitte unseres Glaubens, aus der alles andere erwächst. Ein Pfarrheim kann und soll diese Mitte nicht ersetzen. Aber es kann dazu beitragen, dass das, was wir im Gottesdienst feiern und bekennen, auch im Alltag lebendig wird – im gemeinsamen Handeln und im Füreinander-Dasein“, betont Klupsch.
Das neue Pfarrheim soll dafür vielfältige Möglichkeiten eröffnen. Kinder und Jugendliche, Familien, Senioren, Chöre, kirchliche Gruppen und ehrenamtlich Engagierte sollen hier ebenso ihren Platz finden wie Bildungsangebote, Veranstaltungen und neue Initiativen. Auch über die Gemeindegrenzen hinaus soll das Haus Zusammenarbeit ermöglichen. Gerade angesichts der Veränderungen innerhalb der Kirche sieht Klupsch darin eine wichtige Chance: „Kirche braucht Orte, an denen Menschen Gemeinschaft erfahren, Verantwortung übernehmen und ihren Glauben im Alltag miteinander leben. Unser neues Pfarrheim soll ein solcher Ort sein – offen für Menschen und neue Ideen.“
Bis zum Baubeginn galt es allerdings, erhebliche Herausforderungen zu bewältigen. Steigende Baukosten, veränderte Anforderungen und begrenzte finanzielle Möglichkeiten machten eine grundlegende Überarbeitung der ursprünglichen Planungen notwendig. Für Andreas Nies, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates, stand dabei ein klarer Grundsatz im Vordergrund: Nicht das maximal Machbare, sondern das langfristig Verantwortbare sollte den Ausschlag geben. „Wir haben uns ganz bewusst von der Vorstellung verabschiedet, möglichst groß bauen zu müssen. Entscheidend ist doch nicht, wie viele Quadratmeter ein Pfarrheim hat, sondern ob es den Menschen tatsächlich dient und auch in Zukunft wirtschaftlich betrieben werden kann“, erklärt Nies.
Das überarbeitete Raumkonzept orientiert sich deshalb am tatsächlichen Bedarf. Flexible Nutzungsmöglichkeiten, funktionale Grundrisse und eine zeitgemäße energetische Ausrichtung bilden die Grundlage des Neubaus. Besonderes Augenmerk galt dabei auch den künftigen Betriebs- und Unterhaltungskosten. „Wir tragen Verantwortung für die Mittel, die uns anvertraut sind – und für diejenigen, die dieses Haus nach uns nutzen und finanzieren müssen. Nachhaltigkeit bedeutet für uns deshalb nicht nur energieeffizientes Bauen, sondern auch finanzielle Vernunft. Wir wollen heute etwas schaffen, das morgen nicht zur Belastung wird“, unterstreicht Nies.
Mit dem Spatenstich beginnt nun die bauliche Umsetzung eines Projekts, das geistlichen Anspruch und wirtschaftliche Verantwortung miteinander verbindet. Nach Jahren der Planung setzt die Kirchengemeinde damit ein sichtbares Zeichen der Zuversicht und ihrer Bereitschaft, kirchliches Leben unter veränderten Bedingungen aktiv weiterzuentwickeln.
Denn der Wert des neuen Pfarrheims wird sich nicht an seiner Größe bemessen, sondern an dem, was darin entsteht: gelebter Glaube, menschliche Nähe und eine Gemeinschaft, die Generationen verbindet.
St. Medard baut mehr als vier Wände – die Kirchengemeinde schafft Raum für Zukunft.
